Der Schamanismus ist allgegenwärtig. Man spürt seine alte Geschichte und seine tiefe Verwurzelung in der Mongolei überall. Man kann ihn nur nicht so recht greifen. Wie unsichtbar umgibt er einen und zeigt sich immer wieder in den Ritualen der Mongolen. Sie glauben, dass alle Menschen, Tiere und Dinge in der Natur eine Seele oder Geist besitzen. Er ist in allen Dingen und an allen Orten präsent.
Daher zeigt man Respekt gegenüber Himmel, Wasser und Erde, was die Welt im Gleichgewicht hält und dazu beiträgt, unsere psychische  Kraft – das Windpferd – zu stärken.
Entwickelt hat sich der Schamanismus aus Traumerfahrungen, glaubt man, da man im Traum unabhängig von seinem Körper
existieren und in andere Welten fliegen kann. Die Seele “reist” außerhalb des Körpers. In diesen Traumreisen können sich Schamanen mit Verstorbenen oder anderen Geistern treffen.

Die Schamanen glauben an die untere und obere Welt mit ihren 99 Tengris. Diese sind Himmelsgeister oder himmlische Wesen.
Göke Möngke Tengri – Ewiger Blauer Himmel – ist der Höchste. Er ist der Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Für die
Mongolen ist der Schamane ihr Heiler, ihn besuchen sie bei seelischen wie körperlichen Leiden.
Er sieht und behandelt den Menschen in seinen vier Dimensionen. Der Süden steht für die körperliche Ebene, Ziel ist das Vertrauen
in das Leben und tiefen Seelenfrieden zu erlangen. Die Ebene des Verstandes und der Gefühle zeigt der Westen. Hier löst man sich
von Altem und Überholtem. Der Norden symbolisiert die Ebene der Seele, es wird Eigenverantwortung angestrebt. Auf der vierten
Ebene, dem Osten, behandelt der Schamane die energetische Ebene und unterstützt den Suchenden auf dem Weg zur Freiheit.

Die Kraft der mythologischen Dimensionen erweist sich demjenigen, der sich darauf einlässt.